Test: Die FLR Dating-App „Chyrpe“ im Selbstversuch, Teil 1

Hallo, ich bin der männliche Admin und ich habe meinen Instagram-Feed so gründlich verhunzt, dass mir bereits Werbung für alternative Dating Portale angezeigt wird. Darunter: „Chyrpe“. Die App verspricht, Pärchen in eine „Female-Led-Relationship“, kurz: FLR, zu vermitteln. Das probiere ich aus.


Dieser Beitrag wird nicht besonders lang, denn im Prinzip enthält er lediglich eine Ankündigung: Ich möchte, wie im Intro bereits erklärt, die Dating-App Chyrpe ausprobieren.

Screenshot einer positiven Bewertung der Dating-App Chyrpe

Hinweis: Das ist kein bezahlter Beitrag, Sponsoring oder Ähnliches. Ich bin frei in meiner Meinung und werde ehrlich berichten.

Chyrpe: Was sagt die App über sich selbst?

Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Welches Ziel verfolgt Chyrpe? Die Entwicklerinnen und Entwickler versprechen, Ihre App stelle „Women on top“ und sei „Made for…

  • empowered
  • ambitious
  • powerful
  • curious
  • confident
  • exploring women“

Und genau diese Frauen sollten auf Chyrpe die…

  • „admiration
  • support
  • respect
  • affection
  • adoration
  • worship

you deserve“ finden. Das klingt schon einmal großartig – doch ich bin, weil ich weiß, wie sich das Männer-Frauen Verhältnis auf Dating-Apps gestaltet, direkt ein wenig skeptisch. Vielleicht spricht der gesunde Kritiker aus mir, doch seit mir klar wurde, dass (trotz der Versprechen der Pop-Ups auf Erotikseiten) nicht an jeder Ecke heiße Mädels nur darauf warten, mich kennenzulernen, bin ich einfach ein Zyniker geworden.

Ein Screenshot von der Startseite der App "Chyrpe"

Spaß beiseite: Die Marketingmaterialien sind edel und schick designet. Ich habe zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, eine „Sex-App“ herunterzuladen, sondern eine tatsächliche Dating-App. Nur eben für Menschen, die eine FLR, eine Female-Led-Relationship, suchen.

Erster Schritt: Ich melde mich an…

… und lande direkt auf der „regionalen Warteliste“ der App. Offensichtlich sind noch nicht ausreichend FLR-suchende Menschen in meiner Umgebung (mir wird leider nirgendwo mitgeteilt, wie weit der Begriff „Region“ laut den Entwicklern gefasst ist) auf Chyrpe angemeldet. Mich würde an diesem Punkt brennend interessieren, ob es in Deutschland, in meinem Bundesland oder in meiner Stadt einfach noch nicht genug Mitglieder gibt.

Trotzdem kann ich „global“ nach dem bekannten Prinzip von Tinder und Bumble swipen.

Erste Verwunderung: Ich habe nur fünf „Likes“, die ich vergeben kann.

Ich muss mich also direkt korrigieren: Ich like und swipe zwar wie bei Tinder & Co., doch habe auf Chyrpe (so lange ich kein Geld bezahle) nur fünf Likes am Tag, mit denen ich den (aufgrund der erzwungenen globalen Einstellung) internationalen Frauen auf meinem Bildschirm mein Interesse mitteilen kann.

Meine Einschätzung: Zuerst war ich frustriert – mein auf „normale“ Dating-Apps programmiertes Gehirn hatte sofort eine Kurzschlussreaktion parat: „Was für eine fiese Masche! Die wollen nur, dass ich einen Bezahltarif kaufe! Pfui! Geldmacherei!“ Das habe ich jedoch schnell korrigiert: Für diese App macht dieses Vorgehen Sinn – es zwingt mich, den Mann, nämlich dazu, sehr sparsam mit meinen Likes umzugehen und wirklich nur Frauen damit zu beschenken, die mich wirklich interessieren. Außerdem darf ich zu jedem Like eine Message schreiben – was ich für großartig halte!

Noch habe ich kein Match – aber ich berichte weiter

Leider ist keine der (es sind meist nordamerikanische Frauen, so mein Eindruck nach zwei Tagen eifrigem Swipen und Liken) dominanten FLR-Damen an einem digitalen Match und Kennenlernen mit mir interessiert. Das wundert mich leider nicht: Ich sitze irgendwo in Süddeutschland und versuche hier, mit der attraktiven Cheryl mitten aus Manhattan anzubandeln.

Meine erste Bewertung für die Dating App Chyrpe

Ein wenig verwunderlich fand ich am Anfang, dass sich auf Frauen, die sich selbst als „submissive“, also devot, outen, auf der Plattform sind und offensichtlich Kontakt zu Männern suchen. Dann ist mir eingefallen, dass eine FLR nicht zwingend mit BDSM in Zusammenhang stehen muss – aber kann.

Ich werde hier auf diesem Blog weiter über meine Erlebnisse berichten. Mit etwas Glück macht irgendwann die „regionale Suche“ in Deutschland auf – lieber wäre mir allerdings eine Suche auf Bundesland oder Städte-Ebene.

Mir fällt schwer, eine Art „Punktesystem“ zur Bewertung einer App, die eigentlich etwas noch nicht dagewesenes probieren will, zu überlegen. Deshalb fällt mein Urteil in Form dreier Aussagen aus:

  • Was Chyrpe will, finde ich genial.
  • Wie Chyrpe dieses Ziel erreicht, finde ich mitunter etwas verwunderlich.
  • Wären mehr Menschen auf der Plattform, könnten diese eventuell meine Sorgen lindern – also bleibe ich dran!


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